Tour mein scooter lernt bergsteigen... (triestingtal-gölsental radweg, niederösterreich)

18 Februar 2021
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wien
E-Scooter
m365 & pro2
ich wollt ja unbedingt ne tour fahren & dass mein pro2 bergsteigen nicht so mag, is mir letztens auch schmerzlich bewusst geworden...

also fahr ich mal bis zum heftigen anstieg, guck mir an, wie stark die steigung dort oben wirklich ist & beurteile den verkehr auf der (vieeel flacheren) bundesstraße, ob nicht dort etwas akkuladung & scooterleben (motor!, alles andere wär inzwischen ausreichend verstärkt) gespart werden könnte...

hier der streckenverlauf:

triestingtal-gölsental radweg (mit einmal falsch abbiegen)

also erstmal, der triestingtal radweg ist ein traum.
(muss in der sommerhitze genial sein, in großen teilen ein baumtunnel am bach, einfach nur märchenhaft, genau wie der triestingau radweg im flachland)

ein bisserl zu viele wurzeln quer, die sind aber schon zur reparatur markiert, ein paar schilder fehlen, aber man findet sich schon zurecht, nur vielleicht 1km schotter in der mitte, ok, und überraschend viele pferdeäpfel (wie kann pferd nur so viel kacken?... whatever)

bis zum ersten steilen stück, kein problem, zwischendurch auch ausreichend ladestationen, alles prima.

dort angekommen, mal die (vieeel flachere) bundesstraße checken (ortsgebiet) *froommm*. 100. *frooooooom* 120... dann ne clique motorrad-opis nebeneinander. toll. nope. dat isset mal nich.

also zum steilstück. shit. die wohnen da? die straße sieht aus wie ne wand!!! (bis zu 15% steigung, locker n kilometer lang). das packt der nie.
jetz versteh ich wieso die e-bike omis & opis alle wieder retour gekommen sind, die mich den weg entlang beim aufladen überholt haben.

umdrehn?

nope.

sicher nicht.

ich will jetzt da rauf. (und dann ruuuunter *g*)

also nich ganz blöde, in shu rein, eins der abschleppprofile ein wenig modifiziert, und ab gehts.

und?

er machts!

gluckert und tuckert gemütlich den hang hoch, ohne viel strom zu brauchen, ohne zu überhitzen, ok, mit dem gleichgewicht haperts noch ein bisserl, aber da unterstütz ich ihn gerne.
an den beiden anderen heftigen steigungen hat er mir dann sogar noch den rucksack abgenommen. ;)

der trick (na no): ich geh die steilsten stellen.
das is das mit den beinen, kennste? ein fuß vor, dann den anderen nachziehen, was wir scooterfahrer irgendwie verlernt oder einfach nur vergessen haben ;) & der scooter fährt selber, sogar mit rucksack.

was hab ich eingestellt:
ein profil mit vmax 8kmh, 15a max, dpc quadratic & tempomat nach 3s. den tempomat auf eine angenehme (bergauf) schrittgeschwindigkeit einrasten lassen, fertich. (ja, ok, teilweise zieht er ein bisschen, aber das ist dann sogar angenehm)

oben angekommen normales fahrprofil eingestellt, aufgestiegen & weiter gehts.

geniale strecke, tolle aussicht, echt schöne gegend, kaum radfahrer, alle fußgänger lächeln dich an (grinsen halt eher ;) ), einmal falsch abgebogen, ah, ich hab die bundesstraße wiedergefunden, und die großen dinger mit den vier rädern sind noch immer viel zu schnell unterwegs... shit. ok. zurück. nochmal ein stückerl den berg hoch (spazieren...)

dann endlich ganz oben, die aussicht genießen

& den berg runter. flott & angenehm, stetiges gefälle, sachtes bremsen mit der e-bremse (ein paar watt schnorr ich dem berg schon noch ab, steil genug isser ja) und nur ein paar km auf einer landesstraße (hier ohne viel stress, manche radfahrer bevorzugen den gehsteig, das scheint geduldet zu sein & ist auch immer schön abgeflacht, radroute halt, aber mir wärs ehrlich gesagt zu doof, dieses holterdipolter rauf-runter-rauf)

das flachland danach (gölsental) naja, da hats zu regnen begonnen. aber die lokalitäten waren toll. das rohrbacherstüberl ist echt 1a & die strecke is durchgehend sauber markiert (die bodenmarkierungen beachten! schilder fehlen auch hier manchmal, frei nach schnauze fahren heißt in der ecke umwege fahren...der radwegverlauf is zwar nicht immer die geradeausstrecke, aber praktischerweise führt er in die richtige richtung und nicht wieder den berg hoch...)

dann auf den traisentalradweg abgebogen & zum nächsten bahnhof (klar, wieder falsch abgebogen, aber bahnhöfe gibts ja in beide richtungen) und mit 14% restladung (mit meinem mini zusatzakku steh ich irgendwo bei 16-17 ah, 36v) in den zug. zwischendurch 5x kurz aufgeladen, k.a. je 30-40min ("schnell"-lader mit 3,9a), perfekt kalkuliert.

*daumenhoch* für die strecke (den doofen umweg am berg mal abgesehn, dort wär zwar ein gasthof gewesen, aber es hat sich regen angekündigt...)

also meine empfehlung bei touren mit steigungen über 15% (ok, meiner schafft eigentlich auf dauer nur so maximal 7%...):
gehts einfach rauf.
lassts den scooter (mit eurem gepäck) selber rauffahrn,
ihr habt es leichter als als ein radfahrer (wenns zu steil wird schieben) oder ein wanderer (rucksack). ebiker mal ausgenommen, aber wer weiß, welche steigungen die standarddinger (nich jetz unbedingt e-mountainbike) so schaffen, wie gesagt, einige haben vor der steigung kehrt gemacht.

auf diese weise vermeidet ihr den akku drain bei steilen anstiegen (bis zu 100% mehr stromverbrauch bei mir, 75kg, sofern ers schafft & der motor nicht durchbrennt, dazu noch ein garantiert überhitzter akku, sogar mit zusatzakku...) und könnts trotzdem (fast) alles fahren, braucht keine abkühlzeiten abwarten & kein kühlwasser aus kuhtränken klauen...
 
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Zeit wirds mal wieder eine gscheite Ösitour zu machen... Tristingtal war nice, yes! :love: