NIU 48 V Akku kapott ? Er lädt nicht mehr und blinkt - Reparaturtipps erbeten

22 Dezember 2023
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E-Scooter
NIU MQi Sport
Hallo in die Runde,

bin der Klaus aus Raum Köln-Bonn und habe mir im Sommer einen schönen roten NIU MQi Sport mit zwei 48 V und je 31 Ah Akkus (Beispielbilder angefügt) drin fast neu gebraucht gekauft, der Roller ist Erstzulassung November 2022, also jung und hat mir und meiner Frau echt Spaß gemacht über Sommer.

Nun habe ich leider gelernt, dass der Roller bei den Akkus keinen Protect-Mode zu haben scheint, die Akkus sind daher vermutlich alle alle: sie blinken (noch kräftig mit 5 LEDs) beim Betätigen der Ladezustandsanzeige, das Ladegerät blinkt ebenfall nur in grün anstatt zu laden. Hätte ich das gewusst, denn der steht in meiner Garage, wäre es ein Leichtes gewesen, die Akku-Stecker abzuziehen, bzw. den Kerl im Auge zu behalten und hie und da zu laden o.ä. - aber drei Monate seit ca. Ende Sept. rumstehen und er ist platt (ohne Warnung und ohne eingeschaltete Alarmanlage, aber er ist wohl immer in "Hab-Acht-Stellung" bei angeschlossener Batterie und zieht permanent bissel Strom). Zuvor war er noch auf dem vorschriftsmäßigen 80% Ladezustand. Er hat keine 700 km gefahren und vllt. 10 Ladezyklen - Mein Fendt Farmer Traktor aus 1964 kann 11 Monate überdauern im Kalten drausen mit weniger Ah - und springt dann locker an mit Batteriepolen immer dran. Das waren noch Zeiten.

Frage 1: Wie lange ist die Garantie der Akkus (es sind just 13 Monate um)?
Frage 2: Ist ein entleerter Akku durch Rumstehen "unsachgemäße Nutzung" o.ä. und die Garantie erlischt? Zwei unverletzte Siegel sind am Akkudeckel.

Ich habe schon ein paar Videos geguckt, das Batteriemanagementsystem scheint eine Mindestspannung zu verlangen - aber ich bin nicht ganz ungeschickt, VU-Meter habe ich, löten kann ich auch usw., könnte mir die Spannungen "zellenweise" ansehen, wenn ich weiss, dass ich die Garantie eh verwirkt habe und die Siegel öffne.

Frage 3: Kann man das BMS einfach überbrücken und dem Akku was unter 60 V an Spannung aufgeben?
Zum Beispiel 14,4 V aus einem regelbaren Labornetzteil, das mir auch die Ampère anzeigt, oder 28 V aus zwei in Reihe geschalteten dicken Autobatterien (á ehedem 95 Ah) hätte ich da, damit die Restspannung im Akku wieder etwas ansteigt, um dem BMS die Mindestspannung, das sind wohl nur ein paar Volt, zu geben, damit das wieder lädt. In einigen Videos sieht man, wie man "tote Zellen" in den Käfigen der Einzelakkus nachvollziehen und systematisch identifizieren kann (Restspannungsvergleich), falls überhaupt welche entstanden sein sollen. Ich habe Hoffnung, aber ein How-To-Video, das meine Akkus nebst BMS zeigt, da gibt es offenbar viele NIU Akku-Varianten, fehlt noch.

Sind denn die "Ladestrippen" ohne BMS nach Öffnen direkt erkennbar (dicke Kabel rot und schwarz "vorn und hinten" angeklemmt z.B. um auf die 48 V zu kommen) und könnte man ein dummes 12 V Ladegerät (mit Ampèreanzeige) ohne jede Elektronik mal eine Weile dranhängen? Ober man nimmt paketweise Akkus zum Teilladen.

Auf einen im Internet käuflich erwerbbaren "249 Euro und ich reparier Dir den Akku", mit gefühlt ca. 200 Reingewinn habe ich nicht so viel Lust. Dafür gibts ja gepflegte Foren wie dieses.

Hab mich leider in der Vergangenheit mit dickeren Akkus noch nie eingehender beschäftigt und will da nix verkehrt machen, aber nach Anleitung kann man da bestimmt die beiden teuren Akkus "regenerieren"

Vielen Dank für Eure Tipps!

Gruß Klaus
 

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48 V und je 31 Ah Akkus

Nun habe ich leider gelernt, dass der Roller bei den Akkus keinen Protect-Mode zu haben scheint, die Akkus sind daher vermutlich alle alle:
dann ist das BMS ziemlicher Müll, das sollte bei einer Minimal-Spannung trennen.
sie blinken (noch kräftig mit 5 LEDs) beim Betätigen der Ladezustandsanzeige,
d.h. der Akku hat noch irgend eine Spannung
das Ladegerät blinkt ebenfall nur in grün anstatt zu laden.
was immer das uns damit sagen will ???
Hätte ich das gewusst, denn der steht in meiner Garage, wäre es ein Leichtes gewesen, die Akku-Stecker abzuziehen, bzw. den Kerl im Auge zu behalten und hie und da zu laden o.ä. - aber drei Monate seit ca. Ende Sept. rumstehen und er ist platt
bei 90 Tagen und 30Ah müsste der Scooter somit ca. 300mA / 10-15 Watt konstant ziehen - das kommt mir SEHR viel vor.
Ich kann mir 10mA vorstellen maximal.
Also ist das schon mal seltsam.

(ohne Warnung und ohne eingeschaltete Alarmanlage, aber er ist wohl immer in "Hab-Acht-Stellung" bei angeschlossener Batterie und zieht permanent bissel Strom). Zuvor war er noch auf dem vorschriftsmäßigen 80% Ladezustand. Er hat keine 700 km gefahren und vllt. 10 Ladezyklen - Mein Fendt Farmer Traktor aus 1964 kann 11 Monate überdauern im Kalten drausen mit weniger Ah - und springt dann locker an mit Batteriepolen immer dran. Das waren noch Zeiten.

Frage 1: Wie lange ist die Garantie der Akkus (es sind just 13 Monate um)?
Üblich ist irgendwas zwischen 6 und 12 Monaten.
Frage 2: Ist ein entleerter Akku durch Rumstehen "unsachgemäße Nutzung" o.ä. und die Garantie erlischt? Zwei unverletzte Siegel sind am Akkudeckel.
Kommt drauf an was in der BDA steht. Wenn dort steht daß du den Akku entnehmen und warm und trocken lagern sollst - dann hast Pech.
Ich habe schon ein paar Videos geguckt, das Batteriemanagementsystem scheint eine Mindestspannung zu verlangen - aber ich bin nicht ganz ungeschickt, VU-Meter habe ich, löten kann ich auch usw., könnte mir die Spannungen "zellenweise" ansehen, wenn ich weiss, dass ich die Garantie eh verwirkt habe und die Siegel öffne.
"Normalerweise" geht das BMS in protect bei Unterschreiten einer gewissen Spannung.
Daraus wird es durch Laden wieder aufgeweckt.
Frage 3: Kann man das BMS einfach überbrücken und dem Akku was unter 60 V an Spannung aufgeben?
BMS überbrücken ist so eine Sache. Kann man, ist halt "riskant"
Zum Beispiel 14,4 V aus einem regelbaren Labornetzteil, das mir auch die Ampère anzeigt,
klingt besser als das:
oder 28 V aus zwei in Reihe geschalteten dicken Autobatterien (á ehedem 95 Ah) hätte ich da, damit die Restspannung im Akku wieder etwas ansteigt,
da fließt dann quasi der Kurzschlußstrom. Kannst gerne machen, am 31.12. um ca. 23:55 o_O
um dem BMS die Mindestspannung, das sind wohl nur ein paar Volt, zu geben, damit das wieder lädt. In einigen Videos sieht man, wie man "tote Zellen" in den Käfigen der Einzelakkus nachvollziehen und systematisch identifizieren kann (Restspannungsvergleich), falls überhaupt welche entstanden sein sollen. Ich habe Hoffnung, aber ein How-To-Video, das meine Akkus nebst BMS zeigt, da gibt es offenbar viele NIU Akku-Varianten, fehlt noch.

Sind denn die "Ladestrippen" ohne BMS nach Öffnen direkt erkennbar (dicke Kabel rot und schwarz "vorn und hinten" angeklemmt z.B. um auf die 48 V zu kommen) und könnte man ein dummes 12 V Ladegerät (mit Ampèreanzeige) ohne jede Elektronik mal eine Weile dranhängen? Ober man nimmt paketweise Akkus zum Teilladen.

Auf einen im Internet käuflich erwerbbaren "249 Euro und ich reparier Dir den Akku", mit gefühlt ca. 200 Reingewinn habe ich nicht so viel Lust. Dafür gibts ja gepflegte Foren wie dieses.
Ich mach es um 199 ;)

Das Prinzip ist immer identisch, Akkus sind da alle nach dem selben Muster aufgebaut.

Hab mich leider in der Vergangenheit mit dickeren Akkus noch nie eingehender beschäftigt und will da nix verkehrt machen, aber nach Anleitung kann man da bestimmt die beiden teuren Akkus "regenerieren"

Vielen Dank für Eure Tipps!

Gruß Klaus

Vorweg: Hantieren am offenen Akku ist brandgefährlich. Ein falscher Handgriff und du hast einen Kurzschluß mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen.

Du solltest herausfinden ob:
A: der Akku tiefentladen ist
B: das BMS hinüber ist
C: das Ladegerät hinüber ist

Hast du mal gemessen wie viel Spannung anliegt bei:
Ladegerät Ausgang
Ausgang Akku
Lade-Eingang Akku

Falls du den Akku öffnen magst, prüfe die Spannung vom Pluspol gegen Minus vor und nach dem BMS
Dann noch die einzelnen Spannungen der jeweiligen Blöcke. Das kannst du evtl. am BMS direkt messen an den Balancing Anschlüssen. Vorsicht - wenn die Mess-Spitze verrutscht machst dir einen Kurzschluss.

A: Wenn die Zellenspannung unter ca. 2 V gesunken ist, ist der Akku hinüber. In den Zellen finden dann chemische Veränderungen statt, die beim weiteren Betrieb "explosiv" werden können
B: Wenn die Zellen über ca. 3V haben, so könnte das BMS defekt sein.
 
Glück auf, habs hinbekommen,

wenn auch der Akku sich nicht wirklich öffnen ließ, überlistet habe ich ihn:

a) werden 2 Tage "Ruhe" ohne Stecker geholfen haben, ein ganz klein wenig das Innenleben zu regenerieren und

b) mit klitzekleinen Spannungsstößen per Ladegerät und Labornetzteil konnte ich ein paar mA einhauchen, die die Spannung soweit stabilisierten, dass das BMS sich irgendwann überreden ließ und wieder mit dem Laden über den BMS-Weg begann.

Ärgerlich bleibt, dass man an den in der Grundfläche quadratischen NIU-Akku mit 48 V auch nach Öffnen aller Schrauben (acht Stück unten) und einer Griffdemontage nicht beikommt. Es hakt beim Abziehen des Gehäuses doch zu arg (Kabellänge / Steckerabmurksen bremsts da offenbar oben am Deckel), so kann man nicht ohne Weiteres die Akkuzellen anmessen, diagnostizieren oder mal bisje Strom ohne BMW geben. Ich fürchte mal wieder, geplante Obsoleszenz war der Treiber, der Deckel ist bewusst verklebt, um einem das Leben schwer zu machen – auch mit dem Cutter war da nix, trotz meiner bescheidenen Repair-Café-Erfahrung, und allzuviel Gewalt wollte ich nicht mit dem Risiko "Gehäuse-Verletzungsgefahr" bei schlagzähem Kunststoff ohne näheres Wissen aufbringen. Dann wäre der Akku nun aussenrum hässlich. Nun – es ging ja auch so.

Beide Akkus sind also unversehrt und wieder zusammen auf 92% Ladekapazität, dann wurde das Laden von mir gestoppt. Die Akkus sind nun auch nicht mehr mit dem Stecker zum E-Moped verbunden, wenn er rumsteht, denn dann entladen sie sich ja erneut zügig, ohne angeschlossen zu sein, entladen sie sich ungleich langsamer. Ich vermute, der deutliche abfließende Strom rührte vom "always GSM online" her, das auch Erschütterungen meldet, das heisst, die Mühle hat den Erschütterungssensor auch laufen samt "Interpreter", wenn auch die Alarmanlage auf "abgeschaltet" befehligt wurde. Meldungen wie "Holla - Bewegung am Rolla" kommen dennoch in der APP, ich hab noch nicht herausgefunden, ob man auch das von der Handy-App aus abschalten kann. Egal, nu ausgesteckt.

Ich werde sicher ab jetzt, nachdem ich nochmal mit einem blauen Auge davon kam, hochneurotisch :) alle zwei Tage die Akkus :sneaky: kontrollieren, haben ja einen 5 LED-Kette-Diagnoseknopp oben für den Ladezustand und ich mach' mir ne 4 Wochen-Wiedervorlage ins Handy "Was macht der NIU denn so?" - denn viele Hundert Euro wegen nachlässigem menschgemachtem Batteriemanagement will ich nicht mehr erleben. Die Tatsache, dass ich im Internet in den Foren viele NIU-Leute mit entladenem Akku melden mit dem gleichen Problem, zeigt zudem, dass es (bewusst?) da nicht allzu viele Hinweise gibt, die eine auf die Akkupflege aufmerksam machen, eher im Kleingedruckten.

Alle meine sonstigen Akku-Gerätschaften kann man problemlos wieder aufladen, wenn man sie lange vergessen hatte! Und ein hochteuerer Akku mit BMS OHNE Sicherheitsabschalte ist schon ein Treppenwitz.

Gruß Klaus
 
  • Hilfreich!
Reaktionen: Reiner
Hallo in die Runde,

noch eine Erfahrungshinweis knapp drei Monate später in Sachen NIU Akku 48Volt bei 31 Ah:

Ich habe die beiden Akkus nach Weihnachten physisch vom Roller getrennt = Steckers ab. Ich nutze das Ding ja nur bei trockenem Schönwetter, nicht im Winter.

Am Anfang war ich noch neurotisch am Nachsehen, wie der Ladezustand ist, aber sie haben seitdem bis heute kaum an Kappeszität verloren. 4/5 zeigen beide itzt an, also immer noch nahe der 80%, die ich beim letzten Wiederaufladen drin gelassen habe.
Will meinen: Selbstentladung nach 3 Monaten unter 10 % vllt. deutlich weniger. Sehr schön.

So in zwei Wochen, wenn das Wetter etwas wärmer wird, nutze ich das Sausebrett dann auch wieder regelmäßiger und muss mir um den Ladestand keinen Kopp mehr machen.-

Falls es dereinst eine Softwareanpassung von NIU gibt, die diese Batterien in eine Art "Protect-Mode", wie bei meinem Auto via Batterimanagement, "herunterschaltet", bin ich dankbar für einen wie auch immer gearteten Hinweis. Ich gucke auch selbst, falls da Hoffnung überhaupt technisch gesehen besteht...

Gruß Klaus
 
Hallo Jungs,
ich habe das selbe Problem.
Ich bin Roller bis 10% Akku gefahren (mit 2 Batterien) und die direkt aufgeladen.
Dann habe ich bemerkt dass nur eine aufgeladen wird und die andere hat beim Taste drücken dreimal geblinkt.

Meine Frage K Klaus mit welche Labornetzteil hast du es geschafft der Akku aufzuladen und wie ?

Ich werde mich auf Tipps freuen!
 
Hallo zusammen,
hatte auch das Problem, dass die Akkus nicht mehr laden wollten.
Ich war 10 Tage im Urlaub und hatte vergessen, die Stecker abzuziehen bzw. die Akkus entsprechend aufzuladen.
Das Laden über den Anschluss im Roller (NQI GTS80) funktionierte nicht mehr (Blinken der grünen Leuchte am Ladegerät).
Anruf beim Händler: Ich solle die Akkus aus dem Roller nehmen und über die Doppelakku-Ladeadapterbox laden.
Gesagt, getan - Laden funktionierte einwandfrei, bis jetzt alles wieder o.k.
Schönen Gruß und vielen Dank nochmal an Gio von SK-Bikes in Bad Kreuznach.
 
Für alle die es noch interessiert, hier ein Video zur Demontage:
Oben am Deckel sind auch noch Schrauben unter der "Klebefolie".