Ich habe inzwischen nach nur zwei Jahren den dritten Akkudefekt am Streetbooster One. Soeben habe ich ein nicht gerade freundliches Gespräch mit "Peter" vom Streetbooster Team gehabt.
Zunächst mein Problem:
Der Scooter wird nur sporadisch genutzt und hat insgesamt sehr wenig gelaufen.
Laden und Fahren klappt eine Weile gut, bis folgendes, reproduzierbare Problem auftaucht:
Der Roller wird eingeschaltet und zeigt volle Ladespannung an.
Innerhalb einer Sekunde schaltet er sich ab.
Hängt man ihn dann ans Ladegerät, wechselt die Lade-LED am Ladegerät schon nach einer Minute von rot auf grün.
Nimmt man das Ladegerät ab, lässt sich der Scooter einschalten und zeigt erneut volle Ladung an.
Wenn man nun losfährt, macht der Scooter am Vorderrad nach wenigen Metern eine Vollbremsung, so dass man fast stürzt. Das Display schaltet ab, nachdem es noch einen Sekundenbruchteil einen Doppelstrich (--) angezeigt hat.
Zwei Mal wurde innerhalb der Garantiezeit der Akku kostenlos an mich geliefert und durch mich getauscht (Bitte von Streetbooster, um Kosten zu sparen). Der neue Akku hält jeweils nur wenige Monate, bis das Problem erneut auftaucht.
Peter von Streetbooster sagt nun, ich hätte ja bisher schon "keine müde Mark" für Reparaturen bezahlt. Das stimmt, ich habe allerdings auch zwei Jahre nichts als Ärger damit gehabt und mich kaum zu fahren getraut. Und einen Kaufpreis von über 700 Euro für ein so unzuverlässiges Gerät ausgegeben zu haben, ist mehr als "eine müde Mark", es ist rausgeworfenes und nicht eben wenig Geld.
Er sagt auch, ich hätte vom Laden keine Ahnung, die Bedienungsanleitung verböte Vollladungen vor der Stilllegung und ich müsse auf 40-60 Prozent aufladen. So sei es kein Wunder, wenn der Akku ständig defekt sei. Ob man mir (als Zweiradmechaniker) bei meiner Ausbildung das nicht beigebracht habe?
Sein Angebot: ich solle den Roller einsenden und eine kostenpflichtige Inspektion in Höhe von 115 Euro in Auftrag geben. Dabei würde geprüft, was defekt sei, und ob man Kulanz walten lassen könne. Falls nicht, müsse ich die Reparatur zusätzlich bezahlen. Mir wurde auch vorgeworfen, meinen Roller "nicht einmal" direkt beim Hersteller (sondern dessen Vertragshändler eScooterhop Hannover) gekauft zu haben.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der zweimalige Tausch des Akkus mein Problem jeweils nur kurz behoben hat. Ursächlich ist in meinen Augen entweder der Controller oder das Ladegerät, aber vermutlich geht dadurch dann der Akku kaputt. Mit etwas Pech muss ich also 115 Euro plus Controller (80 Euro) plus Ladegerät (40 Euro) plus Akku (nicht lieferbar, sonst rund 300 Euro) bezahlen, wobei Streetbooster ja suggeriert, dass ich als Kunde durch mein Ladeverhalten auch einen künftigen Akku wieder beschädigen würde. Somit ist auch nicht auszuschließen, dass ich trotz einer solchen Investition sehr bald wieder Ärger habe.
Für mich ist all das keine Option. Ich habe das Vertrauen in Scooter und Hersteller inzwischen vollkommen verloren und glaube auch nicht, mir erneut einen eScooter zuzulegen. Die mehr als schlechte Haltbarkeit passt in meinen Augen so gar nicht zur Werbung gerade mit den hochwertigen Komponenten, die den Streetbooster von billigeren Alternativen abheben sollten.
Soeben habe ich ein Telefonat mit dem Händler geführt, von dem ich den Scooter erworben habe. Aufgrund zahlreicher Reklamationen und dem Verhalten des Herstellers trennt auch er sich von diesem Fabrikat. Auch ihm ist neu, dass man den Akku auf eine spezielle, andere Art als "bis zum Wechsel von rot auf grün" laden müsste.