DALY-BMS abgeraucht

19 September 2020
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E-Scooter
Legend "Lite"
Mir ist heute gegen Anfang einer Tour der Hauptakku mit DALY-BMS abgeraucht.

Plötzlich extrem hoher Vdrop (3V), hab dann ca. 20min später nachgesehen und mein Scooter lief nur noch auf Lenkertaschenakku. Hab dann den Frontmotor ab, um den nicht zu überlasten. Der Akku war schon 25-35°C warm.

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Zum Scooter: 2x20A=40A Controller, 48V/13s, zu den Akkus:
4p Lenkertaschenakku, 48V 30A DALY-BMS, 30A KFZ-Sicherung
7p Hauptakku, 48V 30A DALY-BMS, 40A KFZ-Sicherung
Ich ging davon aus, dass sich der Strom nie "schlimmer" als 30/10 aufteilt, hab das aber nie geprüft, obwohl ich ein Clamp-Amperemeter hab.

Hab ich das BMS mit zu viel Kapton festgepappt und dadurch überhitzt?
Hätte ich ein 40A BMS nehmen sollen?
Haben die Zellen neben dem BMS hitzemäßig was abbekommen? PETG wird weich bei 70°C und schmilzt ab 200°C. Das Akkugehäuse ist daraus gemacht und hat sich mit dem BMS verklebt.
Vielleicht kann ich veränderte Zellparameter mit dem Drift beim Entladen bemerken. Sonst sind alle Zellen jetzt gerade +-10mV. Aus dem Daly kam nur noch halbe Spannung, die sofort unter Last einbricht.

Was meint ihr dazu? Brauche insbesondere dringend ein neues Single-Port BMS mit Balancing, das da hin passt ;)
 
Oje oje.
Na da hast noch Glück gehabt, daß "nur" das BMS kaputt ist.

Wenn das PETG noch dort ist, wo es war, sollte das passen.

Nachdem das BMS vergossen ist, ist die weitere Verpackung egal.
Für die FETs ist nur wichtig, daß die etwas Masse in Form von einem Kühlkörper haben.

Es gibt zwei Sachen zu bedenken beim BMS und Dimensionierung:
Je knapper am Maximum, je eher kaputt. Bzw. haben die Chinesen sich "verschätzt" oder einen großzügigen Chinesium Faktor verwendet.
Die Spec für den Entladestrom kann bei KERS plötzlich nur mehr die Hälfte sein. Bei separate Port egal, bei common port umso wichtiger.

Und welche Wunder erwartest du dir von einem BMS in der 10 Euro Klasse? :confused:

Die neuen Lithium Power BMS sind etwas kleiner geworden und haben Bluetooth auf der Platine integriert. Auch sind sie universell von 10S bis 17S anpassbar.

Im Moment hab ich allerdings keines da, sonst hätt ich dir das gerne geschickt.
 
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Vielen Dank für die ganzen Empfehlungen, aber mangels Zeit kommt nur ein "drop-in"-Ersatz in Frage. Also wo der Balancing-Stecker zufällig passt und die Abmaße kleiner-gleich sind als das aktuelle BMS (61x80x12). Evtl. passt noch ein schmaleres längeres BMS. Beim geposteten BMS sind zwei Stecker für die Zellen nötig? Wo wäre die Quelle für "Lithium Power BMS"?

Ein völlig überteuertes Daly aus DE mit 40A diesmal ist darum unterwegs. Mittlerweile haben die ja einen Thermistor...

Der Lenkertaschenakku soll allerdings in ferner Zukunft ein anderes BMS kriegen. Da ist dann auch mehr Spielraum. Oder auch in näherer Zukunft, falls das aktuelle jetzt bei 10A Überlast angeschlagen ist und auch stirbt.
 
Such nach JBD BMS. JBD ist der chinesische Hersteller.

Aber oben sind doch jede Menge Links gepostet worden.:unsure:
Oder meinst du jetzt ein anderes BMS?
 
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Servus, ich muss nach der Reparatur hier noch einiges richtigstellen und gerade hab ich die Zeit dazu:
Das BMS macht seinen Dienst damals wie heute einwandfrei. Geschmolzen ist da auch nix, sondern ich habe ganz vergessen, dass ich das BMS mit Cyanacrylat festgepappt hatte.
Tatsächlich ist ein Balance Kabel gebrochen und das BMS hat dann natürlich wegen scheinbarer Unterspannung einer Zellgruppe dicht gemacht.
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Die Restspannung am Ausgang dürfte von irgendeiner "sense"-Schaltung sein, die Laden/Entladen erkennt, eher der Akku ganz auf gemacht wird. Das Kabel ist entweder durch Vibration auf 10000km gebrochen oder weil es unbemerkt eingeklemmt war. (Akkugewicht lag vllt. drauf und ich hab die Kabelschlitze in der Hardshell nicht getroffen)
Immerhin hab ich alle Balancekabel nachgelötet um die Schwachstelle drahtaufwärts zu schieben und mehr Kapton eingesetzt.
Auf weitere 10000km ohne Ausfall! ;)
Tja, damit ist zu 100% einzig und allein meine mangelnde Qualität beim Akkubau gewesen, die für den Ausfall verantwortlich war. Hab großen Respekt vor Fahrzeugelektronik, es ist verdammt schwer was zu konstruieren das tausende Fahrstunden überdauert kann.
 
Im Fahrzeug und Mobilitätsakkus wird daher alles mit gecrimpten Steckern gelöst.
Die Litze bricht an der Löstelle - il classico.
Die Profis machen deshalb einen Rüttel/Schüttel Test, da zeigt sich das dann ziemlich schnell.

Ich versuche daher die Balancerkabel zu fixieren. D.h. ein Tropfen Heißkleber und Kaptonband. Jedenfalls so, daß die quasi nicht mehr vibrieren können.

Bzgl. deinen Zellenhalter: welchen Innendruchmesser hast du benötigt für die 21700er? Hast du die ganze Höhe eine Hülse gedruckt? Wie hast du die zwei Hälften miteinander verbunden?

Bau grad ein Gehäuse mit Akkuhalter für das Bike meiner Tochter, ganz schön kniffelig.
 
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Der Akku ist ja eine Art Retrofit mit "integriertem Akku in Serie". Also 10s ursprünglich für den G30D und dann mit 3s "umarmt" für den aktuellen Einsatz im Legend/Mantis.


21,4mm ist bei mir der gezeichnete Durchmesser für ein Zellenloch. Was der Drucker draus macht ist meist 0,1mm enger. Ich zeichne in jedes Loch eine Nische für Plastiktropfen, die ich sonst aufwändig abschleifen/wegstemmen müsste (ein Trick basierend auf Erfahrung also). 0,8mm (2 Wände) zwischen den Zellen, insbesondere wenn die Dosen nicht auf demselben Potential liegen. Die Tiefe der Halterlöcher ist nicht kritisch und wechselt bei mir je nach Tagesform. Beim 10s Akku sind es 2cm.

Die beiden Hälften (oben und unten) sind mit langen Schrauben (M5x65) miteinander verbunden. Notwendig ist das nicht wirklich, denn wenn der Durchmesser für die Zellen gerade so passt, hält die Reibung mit den hundert Zellen die Hälften sehr stark zusammen. Man bekommt die zweite Seite nur mit dem Gummihammer drauf und gar nicht mehr ab.

Ich empfehle ansonsten alle "strukturellen" 3D-Druck-Geschichten wie Spannbeton zu verspannen. Die Schichten aufeinanderpressen, dann wird's (verdammt) stabil. So würde ich ein Akkugehäuse für ein e-Bike jedenfalls angehen.