Bin da durchaus sehr offen, was das einarbeiten ins Erstellen einer eigenen Firmware betrifft, ist nicht so das ich mich davor scheue. Eher im Gegenteil.
Mein Problem ist eher, aus den unzähligen Seiten die Info's rauszulesen um mir die entsprechende Schritte zurechtzulegen...
Na gut, wenn du da 'sehr offen in punkto Einarbeitung' bist und 'keine Scheu' hast, dann hast du nun ein neues Hobby und jede Menge damit verbundener Fleißaufgaben (vor)gefunden

Ich verlinke jetzt nicht konkrete Seiten, sondern beschreib nur das grundsätzliche Vorgehen, was am Ende einer möglicherweise längeren Reise zum Ziel führt (zudem liegt keine Info dazu vor, welches Vorwissen man voraussetzen kann):
- es muss eine Firmwaredatei im .bin Format passend zum Controller des eigenen Rollers besorgt werden
- nun beginnt das reverse engineering: die vorliegenden Binärdaten können dankenswerterweise zu 100% in eine Ebene höher rückübersetzt werden, dann hat man Assemblercode. Der ist für manche Menschen schon halbwegs lesbar, für die meisten brauchts ne weitere Rückübersetzung in C Code. Das ganze gelingt mit dem Softwarepaket ghidra
- nun kommt der interessante Teil: man will (und kann vielleicht auch nicht) bei Null anfangen und greift nun auf bereits bekanntes Wissen zurück. Was haben andere bereits zur Funktionalität des Codes rausgefunden, an welcher Stelle geschieht was, welche Modifikationen sind sinnvoll und möglich. Dieses Wissen ist im Internet verteilt, und da Hauptsprache im Netz englisch ist, sollte man das beherrschen und eine Suchmaschine mit zielführenden Begriffen füttern können
- nun hat man hoffentlich den betreffenden Codeabschnitt eingegrenzt. Man sieht im C Code, wie es gerade funktioniert und weiß was man ändern muß, damit es nach der Änderung so funktioniert, wie man will
- man wendet diese Änderung z.B. mittels armconverter auf den assembler code an
- daraus ergibt sich rückübersetzter Hex Code
- dieser wird in der Binärdatei mit einem Hex Editor gespeichert
- diese Binärdatei muss noch umgewandelt werden (encrypted)
- diese wiederum landet dann mittels geeigneter Software per bluetooth übers Handy aufm Scooter-Controller (falls möglich)
- falls eben nicht möglich, landet die Datei per st-link auf dem Controller
Geld ausgeben muss man nahezu nichts, außer evtl. ein st-link.
Die Investition besteht in Zeit.
Vorwissen reduziert die Zeit.
Aus der komplett unbedarften Sicht dreht es sich um Ausbildung/Fortbildung in: Suchmaschinenbedienung, Englischkenntnisse, Programmiersprache Assembler, Programmiersprache C, Verstehen technischer Zusammenhänge, klassische Recherchearbeit
Es ist ein eher anspruchsvolles Hobby.
Ich selber hatte das prinzipielle Vorwissen in Assembler und C, das technische Grundverständnis, keine Probleme mit Englisch und Suchmaschinen, und trotzdem hat der Rest noch zig,zig Stunden verbraten. Je konkreter man an die eigene Problemstellung herankommt, umso seltener findet man die direkte Lösung für sein Problem im Netz. Dann gilt es zu abstrahieren und sein nun gewonnenes Wissen anzuwenden.
Man findet dann außenrum genügend (z.B. andere Firmwareversion, ähnliches Scootermodell usw.) und muß es dann "nur" (die Anführungszeichen an der Stelle sind gemein

) auf auf sein spezifisches Setup ummünzen.
Ich sag mal so: Sollte man gerade Flaute im Leben haben, aus seiner Langeweile und Lethargie ausbrechen wollen, dann nur zu, für dieses Vorhaben ist der kommende Winter gerettet hehe.
Olli hat ja oben so schön vom Pudern gesprochen. Jetzt sind wir auf dem harten Boden der Realität, also beim Gegenteil angekommen.
Und nun mögen den zitierten Worten entsprechende Taten folgen, in der Spiegelstrichliste oben sollten alle nötigen Stichworte vorkommen.
Im ersten post in diesem thread hier den Punkt 'Erstellen eigener VLT Firmware' mal zum Einlesen bemühen. Und sich im Klaren sein: die blaue Pille gibts quasi nicht mehr. Die rote Pille bringt dich etwas weiter, das weiße Kaninchen noch ein bisschen weiter ... und das größte Stück vom Kuchen fehlt an der Stelle immer noch. An der Stelle muss man dann entscheiden, ob man sich dem nun geweckten Ehrgeiz ergibt, oder sich doch lieber der nun geweckten Frustration hingibt.
Ich hab mich für Ersteres entschieden - und es nicht bereut.
Der Lohn besteht darin, Dinge zu verstehen - und dass der Roller das macht, was ich will
